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Als ich vor einem Jahr mein Abitur machte, wusste ich noch nicht wie es weitergehen soll. Abi - und nun? Direkt mit einem Studium anzufangen kam für mich nicht infrage. Hauptsächlich weil ich überhaupt nicht wusste, was ich studieren soll. Ich selbst wusste einfach nicht, in welchem Bereich ich später einmal arbeiten möchte, da es auch so viele verschiedene, interessante Bereiche gibt. Durch einen Bekannten erfuhr ich von der „Lebenshilfe“ und dass er dort ein „Berufsvorbereitendes soziales Jahr“ absolvierte. Ich erkundigte mich allgemein über das BSJ und über die damit verbundenen Tätigkeiten, welche mich sofort ansprachen.
Seit nun fast einem Jahr, bin ich bei der Lebenshilfe tätig und betreue in einer integrativen Grundschule einen autistischen Jungen.
Der Anfang war nicht ganz einfach, da ich von jetzt auf gleich sehr viel Verantwortung für jemanden, den ich nicht kannte, übernehmen musste. Außerdem wusste ich nicht allzu viel über die Behinderung des Kindes. Ich erhielt zwar einen Überblick über die Beeinträchtigung des zu betreuenden Jungen, war aber auch auf mich allein gestellt und musste das Kind und seine Behinderung erst einmal kennen lernen. Besonders Autisten verhalten sich sehr unterschiedlich, so dass man hier nicht verallgemeinern kann. Man muss sich dem Kind und seinen individuellen Besonderheiten mit der Zeit nähern, um diese kennen zu lernen und einschätzen zu können.
Wie schon bereits erwähnt, bin ich mittlerweile seit fast einem Jahr für die Lebenshilfe tätig und habe mein BSJ verlängert, da mir die Arbeit sowohl an der Schule als auch während der unterrichtsfreien Zeit im Büro mit den Kolleginnen und Kollegen sehr viel Spaß bereitet.
Während des einen Jahres konnte ich bereits eine gute Beziehung zu dem Kind aufbauen und schätze die unabhängige Arbeit sehr. Ich habe schon viele verschiedene Erfahrungen sammeln können, positive wie negative, welche mir aber alle weitergeholfen haben und mich indem was ich tue, nur bestärken. Durch dieses eine sehr eindrucksvolle Jahr, habe ich festgestellt, dass ich weiterhin im sozialen Bereich arbeiten möchte.
Durch das BSJ lernte (und lerne) ich nicht nur verschiedene neue Leute mit und ohne Behinderung kennen, sondern sehe mich auch selbst aus einer anderen Perspektive. So arbeite ich selbstständig und mit einem hohen Maß an Verantwortung, gerate häufiger in unbekannte Situationen, mit denen ich dann eigenständig umgehen muss, stehe aber immer im Kontakt zu den Lehrerinnen und Lehrern sowie zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Lebenshilfe, die ich immer um Rat fragen kann, die gute Unterstützung leisten und die mich und meine Arbeit reflektieren.
Ich bin sehr froh mich für das BSJ entschieden zu haben und kann es nur weiterempfehlen.
Lelia Herrmann
