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Die Interdisziplinäre Frühförderstelle (IFF) in Duisburg-Homberg hat im ersten Jahr nach Gründung über 100 Kinder und deren Familien betreut. Die IFF ist eine Kooperationseinrichtung der Malteser St. Anna gGmbH und der Lebenshilfe Heilpädagogische Sozialdienste gGmbH. Sie bietet für Kinder im Vorschulalter Diagnose und Behandlung von Entwicklungsbeeinträchtigungen oder Behinderungen in der Motorik (z.B. krabbeln, laufen), der Wahrnehmung (z.B. hören, fühlen), der Selbstständigkeit (z.B. anziehen) und dem Sozialverhalten (z.B. spielen). In diesen Prozess werden die Eltern einbezogen. Darüber hinaus werden die Eltern in Erziehungs- und Entwicklungsfragen unterstützt und beraten.
Die integrierte Diagnostik, Förderung und Therapie unter einem Dach hat Vorteile für alle Seiten: Das Team bespricht jede Behandlung für jedes Kind, tauscht sich untereinander, aber auch zum Beispiel mit dem Kindergarten aus und schlägt die nächsten Schritte vor. Die Kinder erhalten so die optimale Behandlung, die Eltern haben einen Ansprechpartner und der Aufwand für Doppeltuntersuchungen oder -behandlungen entfällt.
„Der große Zulauf aus dem gesamten Duisburger Raum zeigt den enormen Bedarf. Aktuell beschäftigen wir 15 Mitarbeiter der verschiedenen Berufsgruppen, hauptsächlich Heilpädagogen, Logopäden und Motopäden, daneben Krankengymnasten, Kinderärzte und Psychologen“, sagt Dr. Donald Becker, Ärztlicher Leiter der IFF und Chefarzt am Malteser Krankenhaus St. Anna.
Monatlich kommen bis zu 15 Neuzuweisungen an die IFF hinzu. Grund dafür: die gute Kooperation mit den niedergelassenen Kinderärzten. „Zurzeit sind 26 Förder- und Behandlungspläne auf dem Weg zur Bewilligung, 37 Kinder befinden sich in der diagnostischen Phase. Diese dauert etwas sechs Wochen“, erläutert Petra Heß, Pädagogische Leiterin der IFF.
Befürwortet das IFF-Team eine Förderung, dann beantragt es diese für die Familie beim Amt für Soziales und Wohnen der Stadt Duisburg, das den Antrag an das Institut für Jugendhilfe weiterleitet. „Und hier liegt unser Problem“, führt Petra Droll, Geschäftsführerin der Lebenshilfe, aus. „Die Prüfung und Bewilligung der Anträge dauert zwischen sechs Wochen bis hin zu vier Monaten. Dadurch verzögert sich der Beginn der Förderung deutlich – das ist für die Entwicklung der Kinder nicht dienlich!“ Ein Grund dafür sei, dass die Stellen von ausgeschiedenen Institutsärzten in den letzten Jahren nicht neu besetzt werden konnten.
„Wir unterscheiden uns von anderen Angeboten durch die enge Anbindung an die Pädaudiologie, die sich mit der Diagnostik und Therapie von Hör-, Sprech-, Sprach-, Stimm- und Schluckstörungen beschäftigt“ erklärt Udo Lavendel, Geschäftsführer der Malteser St. Anna gGmbH. „Wenn Kinder zum Beispiel schlecht hören, ist auch die Sprachentwicklung verzögert. Eingehende Tests zeigen diese Ursachen und wir haben die kompetenten Mitarbeiter, die dann die geeigneten Maßnahmen ergreifen können.“
Zusätzlich bietet die IFF seit Juni die Möglichkeit, dass Familien über die offenen Hilfsangebote der Lebenshilfe auch in der IFF direkt beraten werden. Auch dies ein weiterer Baustein für eine ganzheitliche Unterstützung der Kinder und deren Familien.
Kontakt IFF Duisburg: Petra Heß oder Elke Vogt , Telefon 02066 46960-0
Journalistenkontakt: Annette Debusmann, Telefon 0203 755-1602,
