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Lebenshilfe Heilpädagogische Sozialdienste gemeinnützige GmbH
Lebenshilfe Center
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Historie

40 Jahre kurz belichtet

Mehr als vier Jahrzehnte Arbeit mit und für behinderte Menschen liegen zwischen dem 24. April 1960 und dem heutigen Tage. Damals kamen zehn Duisburger Elternpaare von geistig behinderten Kindern zusammen, um eine Elternvereinigung zu gründen. Diese 1960 gegründete und am 20. März 1961 in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Duisburg eingetragene Vereinigung besteht noch heute und hat sich im Laufe der Jahre zu einer Institution entwickelt, die im sozialen Leben von Duisburg ihren festen Platz gefunden hat.

Das vierzigjährige Jubiläum war hinreichend Anlaß, einmal Rückschau zu halten auf die Anfänge und die Entwicklung in ihren wesentlichen Schwerpunkten aufzuzeigen; nicht zuletzt, um sich an dem Erreichten zu erfreuen, den Beteiligten zu danken und Mut zu schöpfen für die Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft. Diese Arbeit ist notwendig und wird es immer bleiben, da es immer Menschen geben wird, die trotz aller Fortschritte der sozialen und wirtschaftlichen Integration der Hilfe und Förderung gemäß dem Verständnis der „Lebenshilfe für geistig Behinderte“ bedürfen.

Wie war das nun vor 50 Jahren?

Vieles war anders und im täglichen Alltag sicherlich auch schwerer als heute. Selbst der Name, den die Gründer unserem Verein gaben, unterschied sich von dem, den er heute führt. Die Mitglieder der Gründungsversammlung führte die Sorge um ihre geistig behinderten Kinder zusammen. Sie wollten ihnen Hilfen zum Leben geben. Daraus entstand auch der erste Vereinsname: „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e. V. Duisburg“.

Der Schritt der Vereinsgründung bedeutete auch, dass man sich mit dem Problem der Behinderung an die Öffentlichkeit wagte, die in Teilen ebenso wie die Kommunalverwaltung erstaunt war und nur schwer verstehen konnte, dass es nach den schlimmen Jahren der Euthanasie noch geistig Behinderte gab.

In Nordrhein-Westfalen war unser Verein der siebte und in der Bundesrepublik der 19. dieser Art. Heute zählt der Landesverband NRW 80 und die Bundesvereinigung 542 Mitgliedsvereine.

Im Mai 1962 begann die Arbeit mit den Behinderten. Sie wurden stundenweise in Hamborn am Zinkhüttenplatz und in Duissern an der Schweizer Straße im Haus Duissernberg betreut. Die betroffenen Eltern brachten ihre Kinder - in der Regel für zwei Stunden - in die Einrichtungen und erlebten erstmals Zuwendung und Betreuung. Der Kontakt mit den Betreuern und anderen betroffenen Eltern war eine neue, beglückende Erfahrung.

Der damalige Oberbürgermeister August Seeling eröffnete im August 1965 eine Tagesbildungsstätte an der Haldenstraße in Duisburg-Neumühl. Das bedeutete für 60 Kinder im Alter von vier bis 15 Jahren eine wertvolle Fördermaßnahme.

Die steigende Zahl von Lebenshilfe-Vereinen in der Bundesrepublik bewirkte auch Fortschritte bei der Entwicklung der Gesetzgebung hinsichtlich der Schulpflicht für geistig Behinderte. So konnte schon im September 1963, drei Jahre vor in Kraft treten der gesetzlichen Schulpflicht, die erste Sonderschule für geistig Behinderte in Duisburg-Ruhrort ihren Betrieb aufnehmen. Diese erste Duisburger Schule war allerdings nicht in der Lage, den Bedarf abzudecken, sodass auch weiterhin Tagesbildungsstätten dringend notwendig blieben.

Mit Beginn der Schulpflicht für geistig Behinderte am 1. Juli 1966 machte die damalige Vereinsführung eine schmerzliche Erfahrung: Viele Eltern sahen mit Erreichen dieses Etappenzieles nun nicht mehr die Notwendigkeit einer Interessengemeinschaft angehören zu müssen und traten aus dem Verein aus. Man ließ sich jedoch durch diese Entwicklung nicht entmutigen und konzentrierte seine Kräfte auf die Arbeit für Behinderte der Altersgruppen vor und nach der Schulzeit; also Sonderkindergarten und Werkstatt.

Im Jahre 1967 wurde am Hubschrauberlandeplatz in Duissern eine Anlernwerkstatt eröffnet. Dort arbeiteten 25 Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Ein Jahr später nahmen 24 Mädchen im gleichen Alter in der Stadtmitte in der Heuserstraße ihre Arbeit auf. Mit der Inbetriebnahme der beiden Anlernwerkstätten für Behinderte waren die Aufbaujahre abgeschlossen. Der Grundstein für eine alle Lebensbereiche eines Behinderten begleitende Förderung war gelegt.

Die Arbeit des Vereins konnte aber nur Erfolg haben, weil er eng mit dem Rat und der Verwaltung der Stadt Duisburg zusammenarbeitete und deren Unterstützung ebenso genoss, wie auch die anderer Einrichtungen des öffentlichen Lebens, wofür die Spende der Stadtsparkasse, des Stadtjugendringes und der Gewerkschaft für die Einrichtung der zweiten Werkstatt an der Heuserstraße ein Beispiel sein mögen.

Durch das steigende Angebot an Sonderschulen für geistig Behinderte (1968 gab es bereits drei Sonderschulen in Duisburg) konnte der Verein sich zunehmend um die Förderung der Kinder im Vorschulalter kümmern und nahm ab 1970 keine schulpflichtigen Kinder mehr in seine „Tagesbildungsstätte“ auf. Diese Fördereinrichtung wurde dann 1972 konsequenterweise in "Sonderkindergarten" umbenannt. Wegen der anstehenden Stadtsanierung des Ortsteiles Neumühl musste für den Sonderkindergarten ein neuer Standort gefunden werden. Knapp fünfzehn Jahre nach der Vereinsgründung, im Jahre 1975 konnte im Stadtteil Meiderich an der Wiesbadener Straße der Neubau des Sonderkindergartens eingeweiht und in Betrieb genommen werden.

Das Haus trug den Namen „Ida Büttgen“; einer Hamborner Arztwitwe, die durch ihr Vermächtnis den Verein in die Lage versetzt hatte, diese Einrichtung erstellen zu können.

Neben der bereits erwähnten guten Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen betrachtet der Verein den sehr guten Kontakt zum Institut für Jugendhilfe der Stadt Duisburg in allen Jahren bis heute als besonders wertvoll.

Im Laufe der Zeit waren aus den behinderten Kindern der Anfangszeit inzwischen Jugendliche und junge Erwachsene geworden. Es war unverkennbar, dass die „Lebenshilfe“ nicht mehr ausschließlich dem „geistig behinderten Kind“ galt, sondern sich schon längst aller geistig Behinderter, unabhängig vom Lebensalter, angenommen hatte. So bestätigte die Mitgliederversammlung 1978 den Vorschlag des Vorstandes, eine Namensänderung gemäß der Handhabung des Bundesverbandes in Marburg vorzunehmen und zukünftig die Bezeichnung „Lebenshilfe für geistig Behinderte e.V. Duisburg“ zu führen. Mittlerweile wurde der Name angepasst und lautet jetzt "Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V., Duisburg".

Durch diese Namensänderung wurde die im Laufe der Jahre entwickelte Vereinspolitik einer lebenslangen Begleitung geistig behinderter Menschen auch nach außen hin verdeutlicht.

Die Erkenntnisse über die Nutzen einer möglichst frühen Förderung geistig behinderter Kinder oder von einer Behinderung bedrohter Kinder fand in unserem Verein im Jahre 1979 Ausdruck durch die Aufnahme der Förderarbeit von Kleinstkindern im Alter bis zu drei Jahren auf heilpädagogischer Basis zur Vorbereitung auf den Sonderkindergarten. Mit dem Erwerb eines Hauses an der Königsberger Allee im Jahre 1984 für die bisher provisorisch in der Heuserstraße untergebrachte „Frühförderung“, die von nun an den Namen „Heilpädagogische Frühförderung und Beratungsstelle der Lebenshilfe für geistig Behinderte e.V.“ trug, verfügte diese Einrichtung nun auch über eigene Räumlichkeiten. Die Nachfrage nach Frühfördermaßnahmen nahm bei den betroffenen Eltern durch die Beratung des Instituts für Jugendhilfe stetig zu. Dieser Entwicklung trug der Verein Rechnung mit dem Bau eines neuen Hauses auf der Fischerstraße 12 in Wanheimerort, das im Jahre 1992 von der Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe bezogen wurde. Hier werden 120 statt der bisherigen 60 Plätze angeboten.

Das jüngste Kind der Lebenshilfe ist seit 1989 der Familien unterstützende Dienst (FuD). Er befindet sich in den Räumlichkeiten auf der Königsberger Allee. Eine Anlauffinanzierung durch die Aktion Sorgenkind und eine Erbschaft ermöglichten dem Verein seinerzeit den Aufbau des mobilen Hilfsdienstes. Dieser versucht, betroffenen Menschen in jeder Beziehung Hilfestellung zu leisten; das Angebot ist an keine Altersgrenze gebunden, jeder kann sich an den FuD wenden. Der FuD der Lebenshilfe schließt damit eine Lücke in der Behinderten- und Altenarbeit in Duisburg.

Beteiligungen und Kontakte

Inzwischen zeigte die Hinführung der älteren Behinderten zu der Arbeitswelt Erfolge. Es galt nun, über die Anerkennung der Werkstatt durch die Bundesanstalt für Arbeit weitere Finanzierungshilfen zu erlangen. Die Maßstäbe für die Anerkennung überstiegen jedoch die damaligen Mittel des Vereins.

Die Lösung brachte das Angebot der Stadt Duisburg, für eine zu gründende gemeinnützige GmbH mit 50prozentiger städtischer Beteiligung und der Übernahme einer Ausfallbürgschaft. Die „Duisburger Werkstatt für Behinderte“ wurde 1973 in der Form einer gemeinnützigen GmbH mit einer Beteiligung von je 25 Prozent "Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e.V." und "Verein zur Förderung und Betreuung spastisch Gelähmter und anderer Körperbehinderter e.V." und 50 Prozent Stadt Duisburg gegründet. Sie wurde 1982 durch die Bundesanstalt für Arbeit anerkannt.

Unsere Werkstatt am Hubschrauberlandeplatz musste 1974 geräumt werden. Sie zog in das ehemalige Karl-Lehr-Stift um. Ein Jahr später wurde sie in die „Duisburger Werkstatt für Behinderte“ übernommen.

Der Vorstand des Vereins entschied sich 1976 für eine Beteiligung an dem vom Landesverband NRW der Lebenshilfe geplanten Rehabilitationszentrum in Bürvenich.

Im Jahre 1977 veröffentlichte die „Behinderten- Wohnheim Duisburg gemeinnützige GmbH“, an der unser Verein mit 25 Prozent als Gesellschafter beteiligt ist, die Pläne für das Bauvorhaben des ersten Wohnheimes an der Kurfürstenstraße in Duisburg-Walsum. Das Haus wurde 1982 bezogen.

Ferner entschloss sich der Vorstand, verschiedene Freizeitaktivitäten, meist in kirchlicher Trägerschaft organisiert, finanziell zu unterstützen.

Organisatorische Neuordnung

Aus organisatorischen und verwaltungstechnischen Gründen beschloss der Vorstand 1992 die Einrichtungen „Heilpädagogischer Kindergarten Ida Büttgen“, „Frühförder- und Beratungsstelle“ und „Familien unterstützender Dienst“ in eine rechtlich selbstständige Gesellschaft zu überführen. Zu diesem Zweck wurde die „Lebenshilfe Heilpädagogische Sozialdienste gemeinnützige GmbH“ gegründet, deren alleiniger Gesellschafter der Verein ist. Die genannten Einrichtungen dieser Gesellschaft präsentieren sich mit eigenen Beiträgen auf dieser Homepage.

Ein erfreulicher Kontakt entstand Anfang der 90er Jahre zu der Gruppe "Viltis" (Hoffnung) aus Litauen, eine Vereinigung zur Betreuung geistig Behinderter mit Besuchen in Duisburg und Gegenbesuchen in der litauischen Hauptstadt Vilnius.

Im September 1994 war die Durchführung des Bundeskongresses der Lebenshilfe in unserer Stadt für den Verein ein besonderes Ereignis. Das Motto des Kongresses lautete: "Ich weiß doch selbst, was ich will". Unsere Ortsvereinigung hatte maßgeblichen Anteil an dem guten Gelingen. Die Bedeutung dieser Veranstaltung fand in einer positiven Berichterstattung der gesamten Presse ihren Niederschlag.

Unter internationaler Beteiligung wurde im September 1999 in der Sportschule Wedau in Duisburg das zweite integrative Fußballturnier von der Bundesvereinigung der Lebenshilfe mit Unterstützung durch unseren Verein durchgeführt. Die Patenschaft für diese Veranstaltung hatte der MSV Duisburg übernommen.

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